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| LLT Laser-Lichtschnitt-Tomographie
(ausgearbeitet von B. Ruck)
Die Vorgehensweise bei der Anwendung neuerer
tomographischer Ganzfeldmeßverfahren in der Strömungsmechanik erinnert an eine aus der
Medizin bekannte Anwendung, die Computertomographie. Tomographie (Schichtaufnahme) ist
eine Methode zur 3-dimensionalen Visualisierung von Gegenständen/Strukturen der
Realität, welche mittels herkömmlicher, 2-dimensionaler Bildgebungsverfahren abgetastet
wurden. Sie hat seit geraumer Zeit in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Technik
Einzug gehalten. Am populärsten ist ihre Anwendung in der Medizin, wo sich die Röntgen-
und Kernspintomographie seit längerem in der Diagnostik etabliert haben. Wie die
Anwendungen in der Medizin zeigen, ist die Tomographie nicht an eine bestimmte
Strahlungsquelle gebunden. Ob nun mit Röntgenstrahlen, Ultraschall oder Licht gearbeitet
wird, scheint unerheblich für das Prinzip der Tomographie zu sein. Lediglich in der
Verwendung von verschiedenen Verfahren in der Sensorik und der Bildverarbeitung scheinen
sich die Systeme zu unterscheiden, wohingegen sich die übrige Verfahrenstechnik als
invariant erweist. Abweichungen bei der Topologie der Schnittführung (bis heute kamen
parallele, fächer- sowie spiralförmige Schnitte zur Anwendung) sind zwar vorhanden, sie
stellen aber im Grunde keinen signifikanten Verfahrensunterschied dar.
Tomographische Ganzfeldmeßverfahren in der Strömungsmeßtechnik
erlauben vielfach zuerst nur die qualitative Erfassung eines Strömungsvorgangs. Die
Information eines abgetasteten Raumbereiches wird z.B. über ein Videosystem aufgenommen
und in einem anschließenden Prozeß mittels digitaler Bildverarbeitung zur Rekonstruktion
der räumlichen Strömungsstruktur benutzt. Der wesentliche Unterschied der
strömungsmeßtechnischen Tomographie von anderen Anwendungen in Technik und Medizin liegt
darin, daß die untersuchten "Objekte" eine starke zeitliche Veränderlichkeit
aufweisen. Bei der medizinischen Tomographie spielt die zeitliche Variabilität kaum eine
Rolle. So wird der Patient langsam und ruhig liegend durch den Kernspintomographen
gefahren. Die Tomographie in der Strömungsmeßtechnik hat diesbezüglich entscheidend
höheren Anforderungen zu genügen. Die zu tomographierenden Strömungsvorgänge ändern
sich bei technisch relevanten, turbulenten Strömungen äußerst schnell, so daß der
gesamte Tomographievorgang in einem Bruchteil einer Sekunde abgeschlossen sein muß.
Die Anwendung neuer, tomographischer
Ganzfeldmeßverfahren setzt eine Art 3D-Ausleuchtung des Strömungsraumes voraus. Es
werden Lichtschnitte erzeugt, die nicht mehr statisch in den Raum projeziert werden,
sondern die den Strömungsraum in sehr kurzen Zeiträumen durchqueren. Verbunden und
synchronisiert mit einem geeigneten Bilderfassungssystem wird das Strömungsfeld auf diese
Weise in Scheiben, d.h. Ebenen kleiner Dicke, aufgeschnitten und kann später zur
Rekonstruktion und Visualisierung im Computer wieder zusammengesetzt werden. Der
wesentliche Unterschied zur Hochgeschwindigkeitsphotographie liegt darin, daß man nun den
betrachteten Vorgang dreidimensional erfaßt hat, ihn aus allen Richtungen rekonstruieren
und beobachten kann, und ihn damit einer unvergleichbar besseren Analyse zugänglich
macht.
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| Statische-scannende Systeme
Zur Erzeugung einer einen Raum überstreichenden
Laserlichtebene kann die Kombination einer Zylinderlinse mit einer scannenden optischen
Komponente gewählt werden. Eine Zylinderlinse wird hierzu auf der optischen Achse des
Lasers montiert und weitet den Strahl horizontal in der x-y-Ebene auf. Um zeitlich
aufgelöste Strömungsstrukturen zu erhalten, muß der so aufge-weitete Laserstrahl den
Strömungsraum in einem sehr kurzen Zeitraum durchqueren, was mit Hilfe eines scannenden
Systems ( rotierender Spiegel, Polygonscanner, Galvanometer, Piezo-scanner o.ä.)
bewerkstelligt wird. Durch Verschiebung der Lichtschnittebene entlang des zu
untersuchenden Strömungsraumes kann die räumliche Entwicklung der Strömungsstruktur
bestimmt werden. Besonderer Wert muß hierbei auf eine schnelle Abtastung des Raumes
gelegt werden, da nur so sichergestellt werden kann, daß die zu analysierende
Strömungsstruktur sich nicht zwischen der ersten und letzten Lichtschnittaufnahme
verändert hat. Eine weitere Schwierigkeit bei dieser Anordnung wird dadurch ausgelöst,
daß alle Lichtschnitte von einem Punkt auf der scannenden Spiegeloberfläche ausgehen,
und größere Räume eigentlich nur strahlenförmig mit nicht parallel angeordneten
Schnitten abgetastet werden können. Sofern der Abtasthub klein im Verhältnis zum
Scanspiegelabstand angesehen werden kann, dürfte diese Verzerrung aber leicht
nachträglich korrigierbar sein. So müssen in diesem Fall z.b. bei der anschließenden
Rekonstruktion der erfaßten Strömungsstruktur im Computer die Lichtschnittebenen unter
den gleichen Winkeln angestellt werden, wie diese bei der Aufnahme vorlagen.
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| Scannende-statische Systeme
Scannende-statische Systeme stellen eine zweite
große Gruppe der 3D-Verfahren zur Ausleuchtung von Strömungsräumen dar. Die einfachste
Version wird mit einer Schwingspiegel-Zylinderlinsenkombination realisiert. Die
Winkelstellung des Spiegels wird prozessorgesteuert eingestellt, wobei wiederum eine
Sychronisation zwischen definierter Lichtschnittposition und Bildaufnahme erfolgen muß.
Durch die Orientierung des Laserlichtschnittes und dessen Verweilzeit an bestimmten
Positionen können verschiedene Eindrücke des räumlichen Entwicklungsstadiums der
Strömung erzielt werden. Wird der Laserlichtschnitt kontinuierlich schnell durch den
Strömungsraum gefahren, entsteht ein volumetrischer Eindruck der Strömungsstruktur. Bei
längeren Verweilzeiten an bestimmten Stellen entlang der Strömungsachse ergeben sich auf
dem Film überlagerte Schnittbilder, welche die Entwicklung der Strömung.
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| Scannende-scannende Systeme
Diese Version wird durch zwei scannende oder schwingende
Ablenkungseinheiten charakterisiert, die den einfallenden in zwei meist senkrecht
zueinander verlaufenden Ebenen ablenkt. Auf diese Weise wird ein Volumen sukzessive
ausgeleuchtet. Die Winkelstellungen beider Scanspiegel werden prozessorgesteuert und mit
der Aufnahmekamera synchronisiert. Die Scanfrequenz des ersten Spiegelscanners wird
hierbei meist viel größer als die des zweiten Scanners gewählt werden. Nur so kann
gewährleistet werden, daß ebene Lichtschnitte erzeugt werden. Trifft dies nicht zu und
werden beide Scanner mit Scanfrequenzen in der gleichen Größenordnung betrieben, so
ergeben sich gekrümmte Lichtschnittebenen, deren lokale Zuordnung später beträchtliche
Schwierigkeiten aufwirft. |

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Beispiele aus Freistrahluntersuchungen:
(B. Ruck, Universität Karlsruhe)
Gezeigt werden Tomographien eines austretenden markierten
Luftfreistrahls, der von Querwind angeströmt wird. Man sieht hierbei, wie der Freistrahl
beginnt, sich einzurollen bevor er dann später zerfällt (Bild a-d). Bild e zeigt den
ungestörten Freistrahl, der in Bild f und g zunehmend quer angeströmt wird. Durch
Anklicken können die Bilder vergrößert werden.
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